Wie funktioniert eigentlich ein Rodel?

Der Rodel ist clever konstruiert. Im Gegensatz zu Schlitten wie z.B. Grindelwalder, Davoser, Engelberger, etc. sind beim Rodel die Kufen in Längsrichtung leicht gebogen und die Böcke sind beweglich mit den Kufen verbunden (gummigelagert) und nicht wie bei einem Schlitten fest verleimt. Die seitlich aufgekanteten Kufen ermöglichen ein präzises und sicheres Lenken. Durch Gewichtsverlagerung und Druck auf die entsprechende Kufe sowie ziehen am Lenkseil wird die Geometrie so verändert, dass der Rodel in die gewünschte Richtung fährt. Bremsende Lenkversuche mit den Füssen im Schnee sind Vergangenheit.

Die gebogenen Kufen bewirken ausserdem einen optimalen Schwerpunkt. Dadurch wird der Drehwiderstand kleiner als bei einem Schlitten und die Wendigkeit wesentlich grösser. Das bedeutet ein viel besseres Kurvenverhalten als bei einem starren Schlitten.

Die Kufen beim Rodel stehen im Gegensatz zum Schlitten schräg auf der Innenkante. Der Reibungswiderstand ist geringer, die Führung ist wesentlich besser und damit ist der Rodel leichter und besser lenkbar als ein Schlitten. Weniger Reibungswiderstand bedeutet aber auch, dass die Gleiteigenschaften eines Rodels viel besser sind und die Geschwindigkeit damit auch deutlich höher. Durch die bequemen Textil- oder Kunststoff- Planensitze werden Schläge von Bodenwellen gedämpft und der Rücken wird geschont.

Der Kufen- Winkel

Dieser ist bei Freizeitrodeln meistens zwischen 5° bis 20° je nach Modell. Die meisten Sportrodel werden jedoch mit dem nach Reglement maximalen Kufenwinkel von 25° gebaut. Je kleiner der Kufenwinkel, desto besser gleitet der Rodel in der Geraden auf dem Schnee. Je grösser der Kufenwinkel desto besser ist die Spurtreue in der Kurve und auf Eis.  Mit 25° sind beispielsweise auch sehr hohe Geschwindigkeiten möglich. Wobei, auf gewissen Strecken, ein Sportrodel mit 20° Kufenwinkel zum Beispiel bei Neuschnee auch mal schneller sein kann.